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Sozialseminar Paderborn
„Ich wünsche mir, dass meine Arbeit überflüssig wird.“
Susanne Bornefeld treffe ich in ihrem kleinen sonnendurchfluteten Büro im Souterrain der Lukas-Kirchengemeinde. Sie arbeitet gerne dort, sagt sie und man kann es spüren. Seit 1989, als sie im Frauenarbeitslosenbüro des Kirchenkreises Paderborn begann, setzt sich die ausgebildete Lehrerin für Deutsch und Geschichte u.a. für die Anliegen und Rechte arbeitsloser Frauen und Männer ein.
Selbst über eine ABM eingestiegen, hatte sie zunächst mit einer Kollegin arbeiten können. Seit 1995 aber ist sie allein verantwortlich und muss nun schon seit einigen Jahren auch für die Refinanzierung ihres eigenen Arbeitsplatzes sorgen.
Auf westfälischer Ebene ist sie in den kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt eingebunden. Der damit verbundene Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ist ihr sehr wichtig, um Informationen und Ideen auszutauschen und inhaltliche Debatten zu führen.
Im Arbeitslosenbüro der Diakonie PB-HX e.V. berät sie Ratsuchende bzgl. ihrer Arbeitslosenmeldung, bei der Antragstellung für ALG I und II, bei der beruflichen Neuorientierung, dem Wiedereinstieg nach der Familienphase oder der Entwicklung von Bewerbungsstrategien und sie konzipiert Weiterbildungsangebote. Unter dem Titel „Sich informieren und zu seinem Recht kommen“ bietet sie zum Beispiel eine Vortrags- und Diskussionsreihe an, zu deren einzelnen Treffen bis zu 30 Interessierte kommen und die nur eine von rund 30 Angeboten im Bereich der Erwachsenenbildung ist. Für den gesamten Kirchenkreis und das Diakonische Werk organisiert sie darüber hinaus die EDV-Weiterbildung. Susanne Bornefeld ist mit großem Engagement dabei und immer auf der Suche, um mit kreativen Ideen und Lösungen die Situation benachteiligter Menschen zu verbessern.
So war die Schulmaterialienkammer in Paderborn die erste, die bundesweit eingerichtet wurde. “Eine Mutter kam zu mir in die Beratungsstunde, um zu fragen, wie sie es ihr gelingen sollte, mit 1,33 Euro monatlich das Schulmaterial für ihr Kind zu kaufen?“ So viel nämlich sah der HARTZ IV –Regelsatz im Jahr 2005 vor. “Das ist unmöglich und deshalb muss man etwas tun, was den Betroffenen unmittelbar hilft.“ „Natürlich bleibt unabhängig davon die Notwendigkeit bestehen, sich politisch für eine Veränderung dieser untragbaren Förderregelung ein zu setzen, “so erläutert sie.
Der Grundsatz ihrer Arbeit ist es deshalb, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit die Betroffen aktiv handelnd selber aus der Armutsfalle herauskommen können
Gemeinsam mit etwa 15 ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern meistert sie nun seit 2005 die Schulmaterialausgabe zum Schuljahresbeginn sowie die monatliche Ausgabe. Allein zum Beginn der Schule im Sommer 2009 konnten rund 950 Kinder unterstützt werden. Wer glaubt, dass diese Arbeit angesichts der Einmalzahlung von 100 €, die jede/r Schüler/in seit kurzem bekommt, überflüssig ist, sieht sich leider getäuscht. In einer ausführlichen öffentlichen Reaktion hat die Gruppe vorgerechnet, dass ein Kind im 1. Schuljahr mindestens 290 € und im 5. Schuljahr 408 € benötigt.
„Sollen arme Kinder dumm bleiben, “so fragt S. Bornefeld und ergänzt, dass alle anderen Kinder eine Kindergelderhöhung von 120 Euro erhalten. Die Unterstützung bleibt also notwendig und ist ein „Erfolgsmodell“. Auch deshalb ist sicher, dass es für Susanne Bornefeld noch eine Menge zu tun gibt.
Kontakt:
Arbeitslosenbüro der Diakonie PB-HX e.V.
Susanne Bornefeld
Am Laugrund 5, 33098 Paderborn
Tel.: 05251 /63482



