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Sozialseminar Datteln
Sehen - Urteilen - Handeln
Seit gut 30 Jahren sind Sozialseminare eine „feste Größe“ für Karl-Heinz Schluckebier. Damals, als Jugendsekretär in Enger, bekam er über den regionalen Kollegen des Landeskirchlichen Industrie- und Sozialamtes erstmals Kontakt zu den Bildungsangeboten der Sozialseminare. Als er dann Anfang der 80er Jahre Pfarrer in Datteln wurde, thematisierte die erste örtliche Seminarreihe „das Zusammenleben der Generationen“. Es folgten zahlreiche weitere Angebote, die sich am Dreischritt „Sehen – Urteilen – Handeln“ orientierten
Noch heute ist seine große Freude spürbar und verständlich, wenn er das Dattelner Gemeindehaus zeigt und über die Planungs- und Bauphase berichtet. Schließlich war es Anfang der 90er Jahre eines der ersten Niedrigenergiehäuser und Ergebnis vieler Debatten im örtlichen Seminar gewesen. Angesichts von Ozonloch und drohendem Klimawandel wollten die Kirchengemeinde und Herr Schluckebier ihren aktiven Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung beitragen.
Allein beim Reden blieb es auch nicht am Ende zahlreicher Gespräche und Exkursionen zum Strukturwandel im Ruhrgebiet und der Auseinandersetzung mit der dramatischen Jugendarbeitslosigkeit in der Region. Ein „Runder Tisch“ mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirche, Gewerkschaften, dem Arbeitsamt und den Parteien entwickelte schließlich das Projekt „Umwelt und Entwicklung“ und führte 1997 zur Vereinsgründung von „Dattelner Hanf “. Der Verein hat es sich „zur Aufgabe gemacht, Maßnahmen zu unterstützen bzw. durchzuführen, die der Förderung einer nachhaltigen, ökologisch orientierten Wirtschaftsentwicklung in der Region gelten. Mit dem Anbau, der Verarbeitung und Vermarktung von Nutzhanf soll nicht nur die Aufzucht eines wertvollen nachwachsenden Rohstoffes gefördert werden. Ziel ist zugleich, Arbeitslosigkeit in der Region zu bekämpfen und eine umwelt- schonende Landbewirtschaftung zu erwirken.“
Unermüdlich setzen sich seither Herr Schluckebier und seine MitstreiterInnen für die Verbreitung dieses Anliegens ein. Mit ihrem mobilen Informationsstand, sind sie z.B. auf Weihnachtmärkten in der Region unterwegs. Der Deutsche Evangelische Kirchentag gehört zum festen Bestandteil ihrer Jahresplanung um nur einige wenige Aktivitäten zu benennen. Um überzeugend für die rd. 40.000 Produkte zu werben, in denen Hanfanteile verarbeitet werden, hat sich die Gruppe gerade vor wenigen Wochen einen Betrieb angesehen, in dem aus Hanfstaub Briketts mit einem enormen Brennwert hergestellt werden. Angesichts des Klimawandels gewinnt die positive Ökobilanz der Pflanze hoffentlich zunehmend an Bedeutung. Eine besondere öffentliche Wertschätzung bekam der „Dattelner Hanf“ als Preisträger für Klimaschutz der Stadt Datteln und für Nachhaltiges Wirtschaften der westfälischen Landeskirche.
Unermüdlich ist Herr Schluckebier aber nicht nur auf lokaler Ebene. Darüber hinaus engagierte er sich viele Jahre überörtlich im Vorstand der Sozialseminare und ist auch heute verlässlicher Partner bei den „Sozialseminaren unterwegs“. So bildet er einen Netzwerkknoten im Sozialseminar-Geflecht, das er als Begleitung und Unterstützung (noch immer) schätzt.
Kontakt:
Karl-Heinz Schluckebier, Pfarrer i.R.
eMail: wagner-schluckebier(at)t-online.de



